Da diese
Ausbildung bzw. das, was ich dort lernte, mein weiteres Leben prägen sollte,
möchte ich diese etwas genauer beschreiben:
Die Aufnahme erfolgte am 02.01.1981 nach einem gründlichen medizinischen Test, als erstes war dort nochmals ein Aufnahmetest zu bestehen, der aus mehreren Teilen bestand, mehrere Tage dauerte und den von über 200 Kandidaten nur 120 bestanden (Hier wurden Kondition, Kraft, Ehrgeiz, Ausdauer/Durchhaltevermögen, techn. Geschick, Streßresisdenz u.v.m. getestet). Zuerst begann alles mit einer "Erweiterten Grundausbildung" (Die reguläre Grundausbildung dauerte damals sechs Wochen, die "erweiterte acht Wochen). Dann erfolgte die sogenannte "Vorbereitende Kaderausbildung" über eine Dauer von vier Wochen.
Nach diesen drei Monaten ging's los mit der eigentlichen Ausbildung: Diese gliederte sich in zwei Teile, die "Waffeneigene Grundausbildung" (kurz WGA, sechs Monate) und die "Waffeneigene Einsatzausbildung" (kurz WEA, neun Monate), wobei du speziell im ersten Teil dieser Ausbildung immer wieder an die Grenzen deiner Leistungsfähigheit gebracht wurdest - auch deine psychische Belastbarkeit wurde lfd. getestet.
Die "Waffeneigene Grundausbildung", in der wir fast ununterbrochen an unsere physischen und psychischen Leistungsgrenzen gebracht wurden (der sogenannte dauernde "Anzipf", Schlafentzug, dauernde Bereitschaft tags und nachts und in jeder Situation), gliederte sich in die verschiedensten Module (zuerst vier Monate für alle die gleiche Ausbildung
- u.a. intensives Schießtraining, bei dem
jeder einzelne mehr scharfe Munition "verballerte" als eine ganze
Infantriekompanie im Zuge ihrer Ausbildung,und die anderen beiden Monate Aufsplittung in die "Spezialgebiete" und umfasste unter anderem folgende Ausbildungen:
Am Ende dieser (wirklich harten und fordernden) sechs Monate bekamen wir das begehrte Jagdkommandoabzeichen überreicht (das Fallschirmspringerabzeichen in Bronze hatten wie schon nach ca. drei Monaten erhalten). Jedoch waren wir zu diesem Zeitpunkt von über 200 Bewerbern bzw. 120, die die Ausbildung begonnen hatten, nur noch 43 (Der Rest schied entweder verletzungsbedingt aus oder kapitulierte aus eigenen Stücken – meist, weil die psychische oder auch physische Belastung zu hoch war).
Am Anfang der WEA (=Waffeneigenne Einsatzausbildung) wurden wir in mehrere Teams aufgeteilt:
Kampfschwimmer, Funker (mit Spezialisierung auf Kurzwellen-/Langstreckenfunk) und das eigentliche
Jagdkommando (in dem es wieder zwei Gruppen gab: Jagdkommando und
Fernspähgruppe, wobei es eigentlich die Hauptaufgabe der Fernspähgruppe war,
mitunter einige 100km im Feindgebiet – also total auf sich alleine gestellt –
bestimmte Örtlichkeiten auszuspähen oder auch kleinere Aktionen wie Sprengungen
usw. durchzuführen und sich im Feindgebiet unerkannt und unbemerkt zu
bewegen. Diese so erhaltenen Informationen wurden dann – oft über
Kurzwellenfunk – ans Kommando weitergegeben und dienten dazu, verschiedene
Kommandoaktionen, die dann vom eigentlichen Jagdkommando ausgeführt wurden, zu
planen. In diesen Monaten blieb aber keine Zeit zum „rasten“, denn es wurden
lfd. die in der WGA erlernten Kenntnisse vertieft und auch in der Praxis
angewendet (noch viel intensiver als während der WGA) sowie lfd. die
verschiedensten Aufträge ausgeführt und Situationen trainiert.
(Hier hatte man auch die Möglichkeit, das Fallschirmspringen mit manueller
Auslösung bis 4000m Absprunghöhe zu lernen und das Abzeichen in Silber zu
erhalten)
Auswirkungen dieser Ausbildung auf mich:
Erkenntnis, dass „der Geist immer über den Körper siegt“ und dass man mit
eisernem Willen alles erreichen kann (und sei der Weg dorthin noch so
schwierig). In Erinnerung ist mir bis heute der Leitspruch des Jagdkommandos
geblieben: NUNQUAM RETRO (=latein und heisst "Niemals zurück")!
Nach erfolgreicher Absolvierung der Jagdkommandoausbildung beschloss ich, das
Angebot, beim Bundesheer zu bleiben, nicht anzunehmen, sondern wieder in die
Privatwirtschaft zu wechseln. Bevor ich "abrüstete", absolvierte ich aber noch die Ausbildung
zum Fallschirmspringen mit manueller (händischer) Auslösung, was mir das
Fallschriemspringerabzeichen in silber bescherte.
Dann begann ich als "Badewaschel" (Saisonarbeiter) im Stadionbad (wo
ich bereits mit dem trinken begann). Nach dieser Saison waren Kurzzeitjobs
angesagt, bis ich im Frühjahr 1983 als Schaustellergehilfe anheuerte und bei
dieser Tätigkeit österreichweit unterwegs war. Leider sprach ich im Zuge dieser
„Freiheit“ immer mehr dem Alkohol zu! Zwischen den beiden
Saisonen (zwischen denen ich wieder Gelegenheitsjobs
hatte) machte mein Vater, in dessen Wohnung (Er war schon seit 1980 Witwer,
hatte aber seit vielen Jahren – so ca. seit 1975 – ein „Pantscherl“ mit der
Nachbarin) „Nägel mit Köpfen“: Er beschaffte mir eine Altbauwohnung im 17.
Bezirk und gab mir außer einem Bett nichts mit – Die Möbeln beschaffte ich mir
von der Caritas. Im 17. Bezirk gewann ich recht schnell „Freunde“, die
eigentlich nur das gleiche im Sinn hatten wie ich: In den Tag hineinzuleben und
viel Alkohol trinken!
Aufgrund meiner chronischen Geldknappheit ließ ich mich auf eine sogenannte
„Papierlehe" ein (Erklärung: Das ist eine Scheinehe mit einer Ausländerin
zwecks Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft – ja, das war damals
noch möglich).
Durch meinen hohen Alkoholkonsum schlich sich ein immer stärker werdendes
„Wurschtigkeitsgefühl“ in mir ein, auch die sexuelle Lust und die Fähigkeit, eine
Beziehung aufzubauen oder gar eine zu führen, "ging den Bach 'runter", ich bekam
keinen Job (Und wenn, verlor ich diesen nach wenigen Tagen wieder), hatte dadurch
kein Geld mehr und machte Schulden.
Im Jahr 1986 machte ich eine Entziehungskur im Genesungsheim Kalksburg, was
aber für mich im Endeffekt nur so eine Art „1000-Liter-Service“ war – Mein
erster Weg führte mich ins Bahnhofscafe, um den Abschluss der Entziehungskur
mit einem Bier (bei dem es aber nicht blieb) zu feiern.
Als ich in mein altes Umfeld zurückkehrte (Auch Beziehungen baute ich wieder auf,
die waren jedoch von gemeinsamen Alkoholkonsum geprägt), erlebte ich noch viele Dinge, die
ich alle unter Alkoholeinfluss „aufführte“: 1x „ging ich zum Friseur“ (In
Wahrheit fiel ich betrunken durch die Glastür beim Eingang und verletzte mich
am rechten Arm derartig schwer, dass ich fast verblutet wäre und nur durch eine
Not-OP gerettet wurde); ein anderes Mal klaute ich bei einer Tankstelle einen
geladenen Revolver der Marke Smith&Wesson 357magnum und begann im Rausch, damit in
meiner Wohnung herumzuschießen: kurios war, daß die Polizei nur vier
Einschusslöcher fand, ich aber fünf Schüsse abgegeben hatte (In diesem Fall
hatte ich ganz einfach Glück, dass 1. niemand verletzt wurde, 2. ich diese Tat
im Zustand voller Berauschung verübt hatte und 3. noch nicht vorbestraft war –
So kam ich mit einer Geldstrafe von ATS 5600.- und einem
behördlichen Waffenverbot davon, die ich als Ersatzarrest
absitzen musste).
Dann konnte ich auf einmal die Strom-/Gasrechnung nicht mehr zahlen (klaute
aber den Strom, wofür ich angezeigt wurde), später nicht mal mehr die Miete –
was in weiterer Folge zur Delogierung führte.
Ab 1987 war ich also obdachlos, hatte Schulden, keinen Job, stand aber vor dem
Problem, mir Alkohol besorgen zu müssen. Ich lernte Leute kennen, die vor dem
gleichen Problem standen. Wir lösten das Problem, indem „wir uns zusammentaten“:
Innerhalb dieser Gruppe waren andere dafür zuständig, Zigarettenstummel zu
sammeln und Leute anzuschnorren, ich dafür, den Alkohol zu besorgen, was ich
durch Ladendiebstähle erledigte (Hier erfolgte eine „Umstellung“ von Wein, den
ich zuerst konsumierte, auf Schnaps, weil der einfacher zu klauen war), hungrig
waren wir eigentlich nie: entweder weil der Alkoholspiegel das Hungergefühl
unterdrückte oder weil wir uns bei Gratisausspeisungen von Kirche und versch.
privaten Organisationen etwas zu essen holten (Wobei wir diese Stellen, die ja
doch über ganz Wien verteilt waren, durch schwarzfahren erreichten). Hier ist
mir noch der Name „Schwester Grata“ im 18. Bezirk in der Lacknergasse bekannt,
wo es um 1.- (1 Schilling, den Euro gab es damals noch nicht) ein komplettes
Mittagessen gab. Unsere Schlafplätze waren öffentliche WCs, Abbruchhäuser und bei
Schönwetter auch Parks/Gebüsche (Eine Zeit lang versteckte ich meine ganzen Habseligkeiten
inkl. Papiere im Gebüsch – als ich abends wieder an diesen Platz zurückkehrte, war alles weg!).
Im Jahr 1990 trug sich folgendes zu: Ich kann mich nur erinnern, dass ich auf der Hernalser
Hauptstraße im 17. Bezirk kurz zusammenbrach, ein Polizist zu mir kam und fragte:
„Ist ihnen schlecht, soll ich die Rettung rufen“ und ich mit „Ja, bitte!“
antwortete – dann weiß ich nichts mehr und kam erst im Krankenhaus wieder zu
mir. Der behandelnde Arzt sagte zu mir „Seien sie froh, dass sie so ein starkes
Herz haben, sie hatten bei der Einlieferung 5,36 Promille!“
Das war für mich der „Knackpunkt“!
Über einen Sozialarbeiter, der mich im Krankenhaus kontaktierte, erhielt ich
einen Therapieplatz im Pflege- und Therapiezentrum Ybbs, wo ich von meiner
Alkoholsucht kuriert wurde. Eine Sozialarbeiterin, die mich dort betreute,
verschaffte mir eine kleine Wohnung im 3. Bezirk (Was mir, ehrlich gesagt, sehr
geholfen hat, da ich nach der Therapie keinen Kontakt mehr zu meinem alten
„Freundeskreis“ hatte.
Hier lernte ich
„normale“ Personen kennen, die nicht nur freundlich zu dir waren, wenn du
Alkohol beschafftest, sondern wo Alkohol gar kein Thema war (Auch "normale" Kontakte
und sogar Kurzbeziehungen zu Frauen hatte ich wieder, aber hier war Alkohol ein Tabuthema.
Also entwickelte ich den Ehrgeiz, wieder ein „normales Leben“ zu führen. Als erstes verschaffte
mir unser Briefträger, den ich inzwischen persönlich kannte, eine sogenannte
Postausweiskarte, da fast meine gesamten Papiere (darunter auch alle
Ausweisdokumente) während meiner Zeit der Obdachlosigkeit verloren gegangen
waren.
So konnte ich wenigstens ein Bankkonto eröffnen, fand in weiterer Folge einen
Job als Hausarbeiter, in dem ich mich aber im Laufe der Zeit zum Lagerarbeiter
und Staplerfahrer „hocharbeitete“. Parallel dazu machte ich mich an die Wiederbeschaffung
meiner Papiere, kontaktierte wegen meiner Schulden die Bank (Von dort bekam ich
dann ein wirklich kundenfreundliches Angebot: Wenn ich bis zu einem gewissen
Datum einen bestimmen Betrag zurückzahle, würde die Bank auf alle restlichen
Ansprüche verzichten. Dieses Angebot nahm ich natürlich gerne an, da ich ja
durch die Arbeit, die ich gefunden hatte - es waren zwar keine dauerhaften Dienstverhätnisse,
aber für mich die Rückkehr in ein geordnetes Berufsleben -, wieder über Geld verfügte). Mein
Einkommen reichte sogar, dass ich im Jahr 1993 endlich den Führerschein machen
konnte und mir ein eigenes Auto zulegte (Das war zwar eine „Rostlaube“, aber
besser als gar nix.)
Da ich durch den Besitz des Führerscheins mehr Möglichkeiten hatte, fand ich schließlich eine
dauerhafte Arbeitsstelle als Hausarbeiter, wo ich mich allerdings in kurzer Zeit zum
Kommissionierer und Auslieferungsfahrer hocharbeite.
Im Jahr 1997 wechselte ich den Arbeitgeber und begann über die Firma „Manpower“
als Lagerarbeiter bei der Firma SSF (SteyrSpezialFahrzeuge), ein
Rüstungsbetrieb, von dem ich im Jahr 2000 übernommen wurde und dort vom Versand
ins Lager wechselte. Parallel zu meiner Tätigkeit absolvierte ich einen
Lehrgang zum Lagerverwalter (Wobei mir auch vom Arbeitgeber die Möglichkeit
geboten wurde, mich weiter „hochzuarbeiten“ – da der eigentliche Lagerleiter
gleichzeitig im Betriebsrat tätig war, übernahm ich oft die Vertretung und
gewann dadurch viel Praxis). Als dieser (der Lagerleiter) 2003 in Pension ging,
folgte ich ihm an diese Position nach. Parallel zu dieser Tätigkeit legte ich im 2. Bildungsweg
die Lehrabschlußprüfung zum Betriebslogistikkaufmann ab, belegte einige Fachlehrgänge (u.a. die zum
"Lagerleiter mit Führungsqualität" Diese Stelle hatte ich bis 2018 inne –
da wurde ich nach einer Übernahme durch General Dynamics (ein amerikanischer
Rüstungskonzern) und Umbenennung der Firma in GDLS (General Dynamics Landing
Systems) „abgebaut“ (das allerdings zu guten Konditionen).
Im Privatleben hatte ich mich schon 2002 für eine Neubauwohnung (ebenfalls
im 3. Bezirk) angemeldet und diese im Jahr 2003 nach ihrer Fertigstellung bezogen.
Nachdem ich mich in dieser Wohnung eingerichtet hatte, ohne Schulden zu machen (Ich
hatte einen größeren Geldbetrag zur Verfügung, den ich im Zuge einer Erbschaft
nach dem Tod meines Vaters und dessen Lebensgefährtin (sein früheres
„Pantscherl“) erhielt (Damit konnte ich übrigens auch den Grundkosten- und
Baukostenanteil der neuen Wohnung bezahlen).
Nachdem die Übersiedlung abgeschlossen und die neue Wohnung eingerichtet war,
kündigte ich die alte und beschloss, mich mit einem 14-tägigen Urlaub auf Kreta
„zu belohnen“:
Gleich am ersten Tag begann ich dort einen Urlaubsflirt mit einer Tirolerin,
die ich in der Hotelbar kennen lernte und deren 3-wöchiger Urlaub ebenfalls am selben Tag
begann. Ab diesem Zeitpunkt unternahmen wir viele Dinge gemeinsam.
Ich verlängerte meinen Urlaub um eine weitere Woche, danach erfolgte
zwar ein formloser Abschied, keine Woche später
rief sie mich jedoch an und ich beschloss, für eine Woche zu ihr nach
Längenfeld (Tirol) zu fahren. Dies war eigentlich der Beginn einer
„Fernbeziehung“, bei der abwechselnd der eine den anderen besuchte (Das war
möglich, weil ich genügend Urlaubstage angespart hatte und sie in der
Berufsunfähigkeitspension (So heißt das bei Angestellten) war, da sie geistig
nicht mehr belastbar war und als diplomierte Krankenschwester aufgrund des
Berufsschutzes auch nicht in einen anderen Job vermittelt werden durfte.
Im Jahr 2004 beschlossen wir, im Sommer wieder nach Kreta zu fliegen (gleiches
Hotel), im Herbst desselben Jahres übersiedelte sie (nach dem Selbstmord ihrer
Mutter) zu mir nach Wien.
Anfangs erklärte ich ihr, dass zwar eine Lebensgemeinschaft, aber keinesfalls
eine Ehe für mich in Frage komme: Jedoch war einige Jahre später ich derjenige,
der ihr einen Antrag machte. So organisierten wir unsere Hochzeit, allerdings
nicht in Wien (da ich ja außer meiner Schwester keine Verwandten mehr hatte),
sondern in ihrer Heimat Längenfeld. Am 30.04.2008 war es dann soweit: Wir
schlossen unsere Ehe am Standesamt Längenfeld in Anwesenheit ihrer gesamten
Familie - auch meine Schwester war mitsamt ihrer Familie aus Wien angereist.
Es folgten einige gemeinsame Urlaube (Kreuzfahrt mit Kurztrips nach Portugal,
Teneriffa, Marokko, Ägypten, Spanien, Kreta, Santorini.
Im Laufe unsere Lebensgemeinschaft (und Ehe) stellten sich bei meiner Frau (Die
mir übrigens bereits bei unserm Kennenlernen auf Kreta gestanden hatte, dass
„sie eigentlich eine kranke Frau“ sei – damals war jedoch nicht ersichtlich,
dass das Ganze derartig eskalieren sollte – wie in den folgenden Zeilen
beschrieben) lfd. „Wehwehchen“ ein – zuerst eher harmlose, im Laufe der Zeit
immer gravierendere (Wenn ich hier eine Liste der Krankheiten/Operationen
aufzählen würde, würde dieser Absatz wahrscheinlich alleine Buchstärke
erreichen.
Anfangs waren es eingesetzte Endoprothesen an beiden Hüften (Wobei sich die
Verankerung aufgrund ihrer Knochennekrose (Das ist eine Zersetzung des
Knochens) schwierig gestaltete. Dann folgten immer wieder Krankenhausaufenthalte
und Operationen wegen Verwachsungen und einem Bauchfellriss aufgrund eines 2007
eingesetzten Magenbypasses.
(Einige weitere Erkrankungen waren z.B. ein leichter Schlaganfall, eine
Herzklappenoperation, COPD bis Stufe IIII, eine Sprunggelenksoperation mit anschließendem
Morbus Sudek (=sehr schmerzhafte Verhärtung und Entzündung des Gewebes), Covid u.v.m.
Eine weitere Belastung (Die wir mit der Zeit aber nicht mehr als Belastung empfunden)
war die Tatsache, daß meine Frau keinen Geschlechtsverkehr mehr durchführen
konnte, weil es ihr Schmerzen bereitete (Was wir aber mit „normalen“
Zärtlichkeiten kompensierten - aber auch diese Zärtlichkeiten wurden im Laufe der Zeit
immer weniger, da meine Frau körperlich einfach nicht mehr in der Lage dazu war).
Anfangs stellte der fehlende sexuelle Kontakt ein Problem für mich dar (Dieses Problem
wurde aber im Laufe der Zeit immer kleiner), ich hielt aber trotz der Freiheiten, die
mir meine Frau diesbezüglich gewährt hätte, an der „ehelichen Treue“ fest.
Parallel zu allen diesen Belangen begann ich, da ich immer schon recht sportlich war,
eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio (Anfangs gemeinsam mit meiner Frau, die ihre
Mitgliedschaft aber wegen gesundheitlicher Probleme nach wenigen Jahren wieder beendete).
Hier erweiterte ich meinen Freundeskreis beträchtlich - wir hatten ja im Prinzip alle
dieselben Interessen.
Im Jahr 2012 war allerdings ich an der Reihe: Mit einem Hinterwandinfarkt (Das ist
ein schwerer Herzinfarkt, bei dem hauptsächlich die Hinterwand des Herzens betroffen ist).
Dies waren sozusagen die „Nachwirkungen“ meines unseriösen Lebenswandels und übermäßigen
Alkoholkonsums. Gott sei dank war ich dabei nach Aussage meines Hausarztes „nie
in Lebensgefahr“, weil ich „körperlich so gut beisammen bin“! Nach einer
mehrwöchigen REHA in Felbring normalisierte sich unser Leben wieder, nach
einigen Jahren Ruhe (Ich hatte aber in der Zwischenzeit einen zweiten Herzinfarkt
– diesmal aber einen leichten – einen sogenannten NSTEMI, der im EKG gar nicht
zu erkennen ist) begannen wieder die gesundheitlichen Probleme meiner Frau: COPD
II Gold (die sich aber im Laufe der Jahre zu COPD IV steigerte), Kurzatmigkeit und
Leistungsabfall – wie sich herausstellte, war eine der Herzklappen defekt, was in einer
Herzoperation im Jahr 2017 „repariert“ wurde.Im Jahr 2016 begann ich geringfügig als Security
bei der Fa. Securitas zu arbeiten (zusätzlich zu meiner Tätigkeit als Lagerleiter) und wurde
vorwiegend bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen, Konzerten oder Paraden eingesetzt.
Diesen Job machte ich nach meinem Jobverlust bei GDLS zum Hauptjob.
Im Jahr 2018 suchte sich meine Frau im Tierschutzhaus einen Hundewelpen aus
(„Damit ich nicht so alleine bin, während du in der Arbeit bist!“). Anfangs
kümmerte sie sich liebevoll um den Hund, als dieser größer wurde und mehr und
mehr Auslauf brauchte (Es handelte sich um einen Border Collie-Labrador
Retriever-Mischling, der sehr viel Bewegung brauchte), übernahm ich zuerst das
abendliche Gassi gehen, mit der Zeit jedoch auch das morgendliche. Mittags erbot
sich eine Nachbarin, da sie nicht mehr aus dem Haus gehen konnte (Ohne
Erstickungsanfälle zu bekommen).
Nun reduzierte ich meinen Job von Vollzeit auf Teilzeit (30 Std./Wo), um mich
mehr um die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten zu kümmern.
Weiters besuchten wir jeden Sommer bei Schönwetter unser „Platzerl“ an de Alten
Donau. Ungefähr ab dem Jahr 2015 konnte meine Frau nur mehr vormittags bleiben,
da ihr die Hitze derartig zu schaffen machte – ab dem Jahr 2021 fuhr sie gar
nicht mehr mit, sondern blieb lieber gemeinsam mit unseren Haustieren in der
kühleren Wohnung. Auch Besuche im nahegelegenen Stadionbad waren nur mehr
morgens und nur sporadisch möglich.>
Am 31.12.2022 musste ich wegen einer akuten Atemnot die Rettung rufen (Auch die
Polizei rückte für den Fall des Falles mit einem Defibrillator an. Nach mehreren Stunden rief
sie mich an und sagte, es sei nur eine Verkrampfung der Lunge gewesen und sie
könne jetzt heimgehen – ob ich sie mit dem Auto abholen könne. Ich holtes sie
vom Spital ab, half ihr ins Auto und schnallte sie auf dem Beifahrersitz an;
nach ca. 200m Fahrt murmelte sie plötzlich irgendwas Unverständliches und war
dann still – Herzstillstand! Ich fuhr umgehend in die Notaufnahme zurück, wo sie
unter laufender Reanimation auf die Intensivstation gebracht wurde. Später erfuhr ich,
dass die Reanimation erfolgreich gewesen sei und ich solle am darauffolgenden Montag (es
war Samstag) den Arzt anrufen, um neues zu erfahren. Als ich montags um 11:30 mit dem Hund Gassi ging,
klingelte plötzlich mein Handy: Er war der Arzt, der sagte: „Herr Praus, können sie schnell kommen,
ihrer Frau geht es sehr schlecht!“, worauf ich sofort per Auto ins Spital fuhr.
Obwohl ich in Rekordzeit dort einlangte, kam ich um 5min zu spät – sie war
bereites tot (Todesursache war eine "Hypoxie des Gehirns" - das ist eine
permanente Sauerstoffunterversorgung durch ihre COPD - sie hatte mir verschwiegen,
dass sich ihre COPD IIgold inzwischen auf IV - das ist die höchstmögliche Stufe,
die unweigerlich zum Tod führt - gesteigert.
(Weiters möchte ich noch bemerken, dass im Zusammenhang mit dem Ableben meiner
Frau mehrere mysteriöse Ereignisse auftraten, auf die ich hier nicht im Detail
eingehen möchte)
Nach dem Tod meiner Frau (mit dem ich aufgrund ihrer Krankheiten eigentlich gerechnet hatte,
der aber trotzdem überraschend für mich kam, hatte ich zwar einerseits viele
Dinge zu erledigen, jedoch war es für mich äußerst hilfreich, dass ich ihre
Wünsche (egal, ob ihre Bestattung, die Versorgung unserer Haustiere sowie meine
eigene Zukunft – beruflich und privat) zu 150-200% erfüllen konnte.
Im Laufe der ersten Monate entwickelte und realisierte ich ein für mich gutes
Modell, dass mir einerseits (unter Berücksichtigung meines eigenen
Gesundheitszustandes) berufliche Sicherheit garantiert als auch meine Freizeit
und den Sport nicht zu kurz kommen ließ. Heute gehe ich regelmäßig ins
Fitnesscenter, mache Nordic Walking, gehe joggen, schwimmen und wandern. Nach
einer Zeit der Trauer (die etwa drei Monate dauerte), holte ich auch in sexueller
Hinsicht alles nach, was ich in den letzten Jahren „versäumt“ hatte (Dies bescherte
mir zwar Kosten im 4stelligen €-Bereich, führte aber zu keinem finanziellen Engpass).
Auch für unseren Hund Jerry ist gesorgt (Hier hatte meine Frau bereits zu
Lebzeiten alles organisiert, wovon ich allerdings nicht wusste): Der ist jetzt
im Himberg und lebt dort in sehr guten Verhältnissen bei der Nachbarin, welche
nach Himberg zu ihrem Lebensgefährten gezogen ist – sie war den Hund bereits
gemeinsam mit meiner Frau im Tierschutzhaus aussuchen, kennt ihn also von klein
auf (außerdem hatte sie bereits Erfahrung mit Hunden, da sie jahre zuvor selbst zwei besessen hatte,
der Lebensgefährte kennt ihn seit ca. 3½ Jahren (Weiterer Vorteil: Ich
kann den Hund jederzeit besuchen).
Als diese Aufgaben erledigt waren, widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder mir selber:
So begann ich mit einem dynamischen EMS-Training (das ist EMS-Training in Verbindung mit "normalem"
Krafttraining), wobei ich mir das notwendige Equipment im Laufe der Zeit beschaffte,
machte (und mache) Cardiotraining im Freien und besuche das Fitnessstudio nur mehr
zum Saunabesuch und um meine Bekannten/Freunde zu treffen (und mitunter gemeinsame
Unternehmungen zu planen). Auch sportliche Aktivitäten wie joggen oder Nordic Walking
kommen nicht zu kurz, da ich ja den Prater vor meiner Haustür habe; außerdem mache ich
recht viele Ausflüge (meist mit Kumpels aus dem Fitnesscenter. Einen weiteren Punkt
bildete die Verlängerung meiner Jahreskarte im Wr. Stadionbad, in dem ich in der warmen
Jahreszeit sowohl zum "Faul-in-der-Sonne-liegen" als auch zum sportlichen schwimmen bin.
Im Oktober 2023 legte ich mir eine VR-Brille zu, die ich nicht nur zum angucken von
VR-Videos, sondern auch (mit den geeigneten Apps) zum Cardio-, Box- und Nahkampftraining
verwende.
Als nächstes verkaufte ich mein Auto, da ich es in Wien nicht benötige (guter Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel) und ich das Fahrzeug ja eigentlich für die Fahrten nach Tirol benötigt habe. Ich nahm mir einen Account bei Sharenow (mittlerweile "Free2move"), einem Carsharingdienst, bei dem ich jederzeit Zugriff auf ein Auto habe, sollte ich ein Fahrzeug benötigen.
Anfang 2024 ließ ich mir in Ungarrn "mein Gebiss runderneuern" (Was mich zwar einge tausend Euro kostete, aber immer noch weit billiger war als in Österreich)
Ein großer Vorteil ist, dass ich vor der Ehe lange Zeit als Single gelebt habe und daher die Eigenständigkeit eigentlich nichts Neues für mich ist.
Meine nächsten Ziele sind eigentlich die Festigung und Pflege bestehender Bekanntschaften (Ich lass ich aber „die Dinge einfach
auf mich zukommen“).
(Kurze Info: Aus einer dieser "Sexbekanntschaften" entwickelte sich im Laufe der Zeit aber mehr und so wie es derzeit
aussieht, dürfte sich diese Freundschaft zu "mehr" entwickeln (Anfang 2023, nach dem Tod meiner Frau, dachte ich
nicht im entferntesten daran, wieder "Schmetterlinge im Bauch zu spüren". - Näheres zu dieser Frau werde ich in Kürze hier erzählen)
Auch eine kleine Wohnungsrenovierung steht an(z.B. neu ausmalen), aber „alles mit Eile und Weile“ und
eine Erhaltung meiner doch sehr guten körperlichen Fitness.
Fazit: Zur Zeit bin ich sowohl mit meinem Job als Security als auch mit
meiner Freizeitgestaltung sehr zufrieden.
Außerdem habe ich nicht vor, mich bei Pensionsantritt im Dezember 2025 „zur
Ruhe zu begeben“, sondern weiterzumachen wie bisher (Soll heißen, auch meine derzeitige Tätigkeit
als Security im Bereich der Verkehrsregelung und bei Großveranstaltungen habe ich vor, als geringfügige
Beschäftigung in der Pension weiterzuführen, da mir diese Arbeit sehr viel Spaß macht (Dieser Job - der
ja fast eine Berufung ist, hat mir so gut gefallen, dass ich sogar meine langjährige Tätigkeit als
Lagerleiter (Die ich übrigens auch sehr liebte, da ich mir diesen Status selbst erarbeitete (Begonnen hatte
ich 30 Jahre vorher als Hausarbeiter und Staplerfahrer, mich aber durch viel Praxis als Kommissionierer und
Teamleiter sowie verschiedener Lehrgänge "hochgearbeitet") "an den Nagel hängte".